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Hektisches Gefuchtel, Teil 1

1. Spieltag Gruppe A
Samstag, 07.06.2008 20:45 Uhr, Genf
Portugal – Türkei  2 : 0 ( 0 : 0 )
1:0 Pepe, 2:0 Raul Meireles


Das Spiel soll besser sein als das erste. Ich sympathisiere mit der Türkei, warum auch immer. Portugal, mit dem zwar zugegebenermaßen inzwischen sehr effektiven Ronaldo, der trotzdem in seiner Wichtigkeit überschätzt ist. Messi ist viel besser! Ronaldo schiesst Tore, er kann Spiele entscheiden, aber er bestimmt nicht den Rhythmus eines Spiels. Vor drei Jahren hat er mir besser gefallen, da hatte er noch was albernes, magisches, ein wahrer Firlefanz Spieler halt. Heute versucht er entweder Gegenspieler lächerlich zu machen, oder rennt ganz schnell irgendwohin und schiesst feste auf Tor. Oder köpft. Er wird sich nicht einreihen in die grossen des Fussballs.

Es geht übrigens sehr lebhaft zu, auf dem Platz. Vielversprechend.

Ich freue mich schon auf die Prügelei zwischen Scolari und Emre nach dem Schlusspfiff!

Der Türkei täte ein Trainer vielleicht mal gut.

Tuncay finde ich gut.

Der Empfang auf CCTV ist gut, aber leider so pixelig das ich nie weiß welche Minute gerade ist. 11.

Pepe ist auch immer für einen Bock gut. Ich glaube er wird die Vorlage zum 1:0 der Türken geben.

Oha, Hamit spielt. Und Nihat.

Tuncay möchte einen Elfmeter, kriegt ihn aber nicht. Trotzdem gefährlich! 13. Herr Fandel pfeift gut.

Die Türkei wird gewinnen.

1:0 für Portugal, bzw. Abseits. 15.

Was die Portugiesen sehr gut können ist, im Abseits stehen. Und Fisch grillen, behauptet Sasha.

Das Spiel ist angemessen hektpisch und aufgeregt.

Ronaldo bekommt einen Phantasiefreistoß.

Ein schöner Freistoß für die Türkei. Der hängt. 19. Ricardo schaut schon skeptisch. Nihat schiesst, sag ich. Leider nicht, abgefälscht. Eckball. Fandel pfeift auch schon hektisch und aufgeregt.

Simao über links, Ecke. Nix

Ricardo spielt Clown. 22.

Gefühlte alle 15 Sekunden fällt ein Foul.

Cristiano Ronaldo? Spielt der auch mit? 24.

Sasha wäscht auf spanische Art und Weise ab und führt Selbstgespräche. Das hätte sie auch während des ersten Spiels schon machen können. Menno.

Herr Fandel übersieht ein schmerzhaftes Foul. 26.

Ist schon mal jemandem aufgefallen, daß Ronaldo gar keine richtigen Übersteiger kann? Der macht keine Täuschung, der fuchtelt nur rum!

Oh, Deco ist auch da! Und schiesst jemanden an. Und bekommt einen heiklen Freistoß. 23 Meter? Den Simao drüberschiesst.

Die Türkei wird gewinnen. 29.

Ronaldo rennt hektisch herum und schiesst neben das Tor. 30.

Portugal ist heute ein einziges Abseits. 31.

Ronaldo flankt ordentlich, Frau Nuno, die süße, verpasst.

Ab. Seits.

Nach den ersten 5 Minuten hatte ich mir mehr von diesem Spiel versprochen.

Die Türkei wird gewinnen.

Scolari ist schon wütend.

Der Chinese kommentiert und ich verstehe kein Wort.

Sehr schöner Lauf von Deco! Gestoppt von Nihat (Gesundheit!). 35. Den fälligen Freistoß fängt Volkan.

Die Türkei wird gewinnen.

Nuno, die kleine, hat es heute nicht leicht.

Freistoß für Portugal. Nun ja. Muß man nicht geben, finde ich. Ronaldo stellt sich so hin, das man nicht weiß ob man ihn auslachen oder verprügeln möchte. Alter, sieht das albern und scheisse aus! Aber er schiesst immerhin an den Pfosten! Uiui! 37.

Fandel hat einiges zu tun.

Ronaldo ist sehr schnell. Ecke.

Sasha heult und beschimpft die Zwiebeln als Arschlöcher. 41.

Ecke Portugal! Nix.

Oha. Schöner Pass von Deco, aber abgewehrt zur Ecke. Wieder nix.... Noch eine. Schnarch. Ein toller Seitenwechsel von Nihat! So etwas kann er ja. 43.

Grundsätzlich sollten die Türken mal wieder etwas unternehmen.

Man denke sich ein Mittelfeld mit Emre, Gattuso, Effenberg und Viera.

Aua.

Phantasiepfiff von Fandel gegen KazimKazimKazimKazim. 44.

Hier geht nix mehr. 45.

Ronaldo ist den Tränen nah. Jemand hat ihn nicht angespielt.

Pause. Nun, äh.... ach. Vergessen wirs.

EXKURS:
„Hätte man nicht das ganze 20. Jahrhundert mit seinem
Völkerhass und seinen Toten überspringen und den Kampf der Nationen
gleich als Spiel auf den Rasen verlegen können? Im Fußball und seinem
Fanwesen hat der Nationalismus dieses ganze mörderische Jahrhundert
überlebt, alle seine politischen Hoffnungen und seine totalitären
Ideologien, selbst den Kommunismus, der angetreten war, gerade ihn,
den exklusiven Glauben der Nationen an sich selbst, zu überwinden. Er
lebt weiter an jedem Auto, auf dem ein Fähnchen im Fahrtwind flattert,
in geschminkten Gesichtern und farbigen Perücken. Die Massen in den
Stadien singen immer noch die Hymnen des 19. Jahrhunderts. Aber all
das kommt nun als Spiel daher, locker und wuselig, nicht martialisch
in Reih und Glied. Der Nationalismus ist im Fußball aus einer
todernsten Sache zu einem gesunkenen Kulturgut früherer Zeiten
geworden, zur Folklore, ja zu Pop, an dem auch die Intellektuellen
gern teilnehmen. Dieses Schicksal teilt er nicht zufällig mit den
Monarchien, die ihre einstigen politischen Aufgaben fast vollständig
verloren haben, aber doch zentrale Gegenstände der
Massenkommunikation geblieben sind.“
aus der SZ (Gustav Seibt).

Hallo Herr Henryk M. Broder? Neues Pseudonym? In welchem Land lebt der Mann? Das niedliche Nazifläggchen wedelt im Fahrtwind und am Horizont werden im Folklore Kostüm und lustigen bunten Perücken die KZs wieder aufgebaut? Oder was? Gehts noch? Da hätten die Nazis aber Glück gehabt, wenn die so einen tollen Eventmanager gehabt hätten. Ach, weisste was - geh zur Bild und bums Wagner. Meine Güte.

Äh, so. Weiter gehts.

Ach ne. Mehr EXKURS:

„Zum ersten Mal in der EM-Geschichte hält die
Uefa zwei Turnierhälften so strikt voneinander getrennt, dass sie sich
erst im Finale begegnen können. Im Grunde beginnen jetzt zwei
getrennte Mini-EMs, die erst im Finale zu einem gemeinsamen Turnier
zusammengeführt werden, und praktischerweise hat die Uefa ein
einleuchtendes Argument gefunden für dieses seltsam kreative Tableau:
Bei der EM 2004 wurden die beiden Halbfinalspiele von Teams gewonnen
(Portugal, Griechenland), die je zwei Tage mehr Pause hatten als die
Verlierer (Holland, Tschechien) – in der Tat eine Art
Wettbewerbsverzerrung, die diesmal ausgeschlossen ist. Diesmal aber
steckt die Wettbewerbsverzerrung in einem viel zentraleren Bereich
des Spielplans, sie berührt den Kern des Turniergedankens, wonach
sich idealerweise die beiden besten Teams im Finale treffen sollten.
Diesmal aber steht schon vor dem ersten Anpfiff fest, dass eine Elf
aus den Gruppen A/B und eine Elf aus den Gruppen C/D das Endspiel
bestreiten. Es gibt für jedes Team nicht mehr fünfzehn
Gegneroptionen, sondern nur noch acht – der Wettbewerbsgedanke wird
sozusagen halbiert. Es liegt im natürlichen Interesse des
ausrichtenden Verbandes, die Gastgeberteams so lange wie möglich im
Rennen zu halten, und so verrät sich der wahre Kern dieser stillen
Reform beim Blick auf die Setzlisten. Die Schweiz und Österreich
wurden ja als Gruppenköpfe in die Nachbargruppen A und B platziert –
sie haben ihre eigene Mini-EM mit acht Teams spendiert bekommen, was
die Chancen erhöht, dass einer von beiden zumindest so weit
durchkommt, dass es die Stimmung in den Ländern nicht belastet.“
Christof Kneer (schon wieder SZ)

Echt nicht einfach, diesem beschissenen System direkt aus Hölle, Gutes abzugewinnen. Das geht einfach mal gar nicht. Nie. Außer das einem das Turnier diesmal schon komplett von vornherein versaut wird, und man nicht erst im Nachhein merkt das die Spiele alle Scheisse waren. Ach, Moment. Das ist ja auch nichts gutes!

(für die Zitate "Danke" an den indirekten-freistoss.de )

Jetzt aber gehts weiter.

Vielleicht täusche ich mich, aber die Türkei hat sich was vorgenommen. 50.

Nihat fällt etwas sehr eifrig.

UI! Simao spitzelt und tut sich weh, Frau Gomes schiesst an den Innenpfosten! 51.

Nani macht sich warm..... Simao schmerzt immer noch.

Die Türkei wird gewinnen.

Zan raus, Asik rein. 56.

Ronaldo schiebt, aus guter Position, Volkan in die Arme.

Die Schweiz, z.B., wird gegen diese beiden Mannschaften noch weniger gewinnen als gegen die Tschechen.

Hamit legt Ronaldo. 58.

Die Türkei bräuchte mal eine Torchance. Jetzt bei der Ecke? Nein.

Man sieht, die Spieler schiessen zwar gerne vorbei, aber nicht mehr tausend Meter, wie mit dem Blitzkrieg Plastikball.

Toooooooooooooooooooooooooooor! 1:0 für die Portugiesen. Schöner Lauf aus dem Mittelfeld, Doppelpass mit Nuno.... und er schiesst mit rechts ins Tor. 62.

Hatte ich das nicht andersherum verlangt?

Die Türkei wird eventuell trotzdem gewinnen.

Es ist aber vielleicht doch jetzt etwas unwahrscheinlich.

Hui! Ronaldo flankt und Fräulein Nuno köpfelt an die Latte..... 66.

Frau Nuno geht, als Kapitänin wohlgemerkt und Nani kommt.

Der alberne Fuchtelronaldo ist jetzt Kapitän. Hrmpf?

Nani sieht aus als wäre er aus Schokolade.

Nein, ne - im Ernst!  70.

Die Türkei scheint eventuell beim Publikum etwas unbeliebt zu sein. Warum nur? Hahahahahahahahaha!

Ronaldos zweiter Vorname ist Gaylord.

Nihat. Man kann sich zum Freistoß auch ganz normal hinstellen, wie man sieht. Ui. Ricardo gewohnt unsicher. 75.

Hamit geht, Sentürk kommt. 76.

Viele Ideen haben weder die Türken, noch die Portugiesen.

Das war jetzt aber gut von Nani. 78.

Die Türkei wird wohl nicht mehr gewinnen.

Bislang Spieler des Spiels: Pepe. 79.

Ecke Türkei. UUII!  82. Den kann man machen.

KazimKazimKazim wird zurückgepfiffen. Warum? Hm.... 83.

Emre schiesst jemanden an. 84.

Deco ist circa 25mal wichtiger für das portugiesische Spiel als Ronaldo. Das nur dazu.

Schöner Schuss von Nani, Volkan hält. 87.

Tuncay schlägt ein Luftloch, wo er doch besser mal den Ball getroffen hätte.

Nani weint. Alter, war das ein hartes Foul! Fandel pfeift nicht. Hallo? 90.

Mein Lieblingsportugiese Fernando Meira kommt. Deco geht.

Lustiges Tor der Portugiesen. Erst läuft Ronaldo viel zu lange mit dem Ball, spielt dann doch ab, wenn auch zu spät. Moutinho lässt ihn durch, spielt dann ab und Raul Meireles schiesst ins fast leere Tor. Blabla, 2:0. 93. Minute. Schluß.

Morgen wirds besser, bestimmt.

Das war gelogen.


































 















 

"Beim Fußball der Linken spielen wir nicht einzig und allein, um zu gewinnen, sondern um besser zu werden, um Freude zu empfinden, um ein Fest zu erleben, um als Menschen zu wachsen. Beim Fußball der Rechten ist der Spieler ein Werkzeug für den Sieg bzw. den Tabellenplatz."

Cesar Luis Menotti